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Tesla Model Y punktet mit Reichweite

Rainer Hintermayer | 19 Mai 2022

Über den Autor

Rainer Hintermayer

Seit 27 Jahren, davon 22 bei Eurotax, ist Rainer im automotiven Datenbusiness tätig und beobachtet die aktuellen Trends und zukünftigen Entwicklungen am österreichischen Kfz-Markt. Seine Aufgabenschwerpunkte sind die Eurotax-Notierungen sowie Forecast-Werte für PKW und LCV.

Tesla Model Y

Rainer Hintermayer, Market Analyst bei Eurotax, hat sich im Launch Report ausführlich mit dem Tesla Model Y beschäftigt. Der Tesla Model Y punktet mit zusätzlichem Komfort und klassenbester Reichweite.

Tesla ist für viele die erste Marke, die in den Sinn kommt, wenn man über batterieelektrische Fahrzeuge spricht. Der US-Hersteller fokussiert sich wie kein anderer auf Elektrofahrzeuge und konnte dadurch als erster Lösungen zur Optimierung von Leistung und Effizienz entwickeln. In vielen Aspekten genießt Tesla nach wie vor den Ruf, der Klassenbeste zu sein.

Der batterieelektrische SUV Tesla Model Y basiert auf dem Model 3 und damit auf dem meistverkauften Modell der Marke. Mit diesem weist er viele Gemeinsamkeiten auf, einschließlich des Innenraums und des Antriebsstrangs. Das Model Y ist aber einige Zentimeter breiter, hat eine erhöhte Sitzposition und verfügt über elektrisch umklappbare Rücksitze, deren Bedienelemente sich im Kofferraum befinden.

Innen und außen typisch Tesla

Mit seinem klaren und minimalistischen Design ist das Model Y sowohl innen als auch außen eindeutig als Tesla zu erkennen. Es bietet zahlreiche Ablagemöglichkeiten und hat mit 850 Litern das größte Kofferraumvolumen unter den BEV-Konkurrenten im D-SUV-Segment. Das beeindruckende Panoramadach durchflutet den Innenraum mit Licht und sorgt für ein größeres Raumgefühl, insbesondere im Fond.

Alle Informationen und Bedienelemente sind über einen 15-Zoll-Infotainment-Bildschirm zugänglich. Das ist eine Lösung, von der Tesla eindeutig überzeugt ist. Die zentrale Position des Touchscreens kann den Fahrer jedoch dazu zwingen, den Blick von der Straße abzuwenden, um z. B. die Geschwindigkeit zu überprüfen, da es weder ein Head-up-Display noch ein Kombiinstrument gibt.

Das Tesla-Soundsystem mit 14 Lautsprechern ist mit HiFi-Anlagen von Markenherstellern vergleichbar, aber das proprietäre Infotainment-System ist weder mit Apple CarPlay noch mit Android Auto kompatibel. Auch das Fehlen von Vollmatrix-Scheinwerfern, die heutzutage zur Standardausstattung gehören, ist überraschend. Die Verarbeitungsqualität und die Auswahl der Materialien in Tesla-Modellen wurden oft kritisiert, obwohl sie sich deutlich verbessert haben und die Qualität des Model Y insgesamt als gut empfunden wird.

Die größten Stärken von Tesla liegen in der Leistung und Effizienz des elektrischen Antriebsstrangs, auch bei höheren Geschwindigkeiten. Die offizielle Reichweite des Model Y von 533 km ist die beste unter den direkten Konkurrenten und auch im realen Fahrbetrieb eher erreichbar. Die gut ausgebaute Schnellladeinfrastruktur der Marke, das Tesla Supercharger-Netzwerk, sollte ebenfalls nicht als Wettbewerbsvorteil übersehen werden.

Die Technologie des autonomen Fahrens von Tesla ist eines der interessantesten Merkmale seiner Autos, kann aber in Europa aufgrund der geltenden Sicherheitsvorschriften nicht eingesetzt werden. Der Basis-Autopilot im Model Y benötigt weiterhin Over-the-Air-Updates für eine optimale Fahrerunterstützung.

Insgesamt eine gute Mischung

Das Tesla Model Y bietet insgesamt die bisher beste Mischung aus Zweckmäßigkeit und Preis, liegt dabei zwischen dem günstigeren, aber kleineren Model 3 und dem deutlich teureren Model X. Das Model 3 ist jedoch erschwinglicher, bietet ein besseres Fahrerlebnis und eine noch größere offizielle Reichweite von 602 km. Es besteht also das Risiko einer Kannibalisierung der beiden Modelle.

Noch werden die ersten Fahrzeuge des Model Y in China produziert, doch schon bald soll der europäische Markt mit BEVs aus der neuen Gigafactory in Deutschland beliefert werden. Zusammen mit der neu errichteten Gigafactory in Texas will der Hersteller trotz Halbleiterknappheit seine Auslieferungszahlen im Vergleich zum Vorjahr um 50 % steigern. Bisher hat sich der konsequente Weg von Tesla als Pionier der Elektromobilität ausgezahlt. Auch das Model Y dürfte zur Erfolgsgeschichte beitragen.

Quelle: Eurotax

Stärken

Das Model Y basiert auf dem Verkaufsschlager Tesla Model 3. Ein paar Zentimeter mehr Breite, eine erhöhte Sitzposition und das riesige Gepäckabteil bieten ein großes Plus in Teslas neuem SUV. Teslas größte Stärken liegen bei Performance und Effizienz des E-Antriebs selbst bei höheren Geschwindigkeiten, was lt. WLTP für eine Reichweite von 533 Kilometern sorgt. Außen wie innen ist das Model Y eindeutig als Tesla erkennbar. Schlichtes elegantes Exterieur und ein auf den 15-Zoll großen Touchscreen reduziertes Cockpit im Inneren. Alle Einstellungen können über den Touchscreen gesteuert werden, der eine konkurrenzlose Anzahl von Funktionen und auch einige Gadgets bietet.

Schwächen

Die Philosophie, alles ohne Tasten, sondern nur über das Zentraldisplay zu steuern hat sicherlich Schwächen in Bezug auf ergonomische, rasche und somit verkehrssichere Bedienung. Sehr gewöhnungsbedürftig ist, dass es nicht mal einen kleinen Tacho hinter dem Lenkrad oder ein Head-up-Display gibt. Die Federung ist im Vergleich zur Konkurrenz eher hart und der Geräuschpegel im Innenraum ist etwas höher. Der Basic-Autopilot wird noch das eine oder andere Over-the-Air-Update benötigen, um den Fahrer optimal zu unterstützen. Die oft kritisierte Fertigungsqualität der Tesla Modelle wie auch die Materialauswahl hat sich in letzter Zeit wesentlich verbessert.

Chancen

Die ersten Fahrzeuge des Model Y kommen noch aus chinesischer Produktion. In Kürze wird der europäische Markt mit Fahrzeugen aus der neuen Gigafactory in Deutschland beliefert werden. Die gute Ausstattung, das Raumkonzept mit großzügigem Platz vorne, hinten und im Gepäckraum plus großem Frunk bringen das Model Y trotz immer größer werdendem Mitbewerberumfeld in eine Top-Position. Als Wettbewerbsvorteil darf die markeneigene, sehr gut ausgebaute Schnelllader-Infrastruktur, das Tesla Supercharger-Netzwerk, nicht unerwähnt bleiben.

Risiken

Viele Jahre lang machte die Marke Tesla Verluste im hohen dreistelligen Millionenbereich. Brancheninsider und Analysten spekulierten von Quartal zu Quartal mit einem Aus der Marke. Seit der Einführung des Model 3 sind die Verkaufszahlen deutlich gestiegen und im Jahr 2021 konnte Tesla erstmals einen Gewinn ausweisen. Mit den beiden neu gebauten Gigafactories in Texas und Berlin-Brandenburg will Tesla seine Auslieferungszahlen trotz Halbleiterknappheit um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Der konsequente Weg von Tesla als Pionier der E-Mobilität hat sich ausgezahlt. Man darf gespannt sein, welche Ideen und Visionen Elon Musk in Zukunft umzusetzen versucht: Die Pläne reichen vom vollautonomen Fahren bis hin zur Kolonisierung des Planeten Mars inklusive Automobilproduktion.

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