Article Type: Markt

Gebrauchtwagengeschäft verlangsamt sich

Die aktuelle Entwicklung auf dem Gebrauchtwagenmarkt in Österreich im Überblick. Was hat sich seit dem Vormonat getan?

Der Gebrauchtwagenmarkt ist nach wie vor durch stabile Nachfrage bei weiterhin geringem Angebot bestimmt. Im Schnitt über alle 2 bis 4-jährigen Fahrzeuge lag das Angebotsvolumen im Mai um 16,5% unter dem Wert von Mai 2021, erläutert Robert Madas, Regional Head of Valuations AT, CH, PL bei Eurotax Österreich. Bereits im Jahr 2021 war das Angebot deutlich geringer als Anfang 2020.

Vor allem Diesel Fahrzeuge fehlen auf dem Markt, mit einem Minus von 22,4% im Vergleich zum bereits schwachen Mai 2021. Doch in diesem Monat ist abermals das Angebot an Elektrofahrzeugen mit einem Rückgang von 39,7 % im Vergleich zum Vorjahr noch stärker zurückgegangen. Die Marktaktivität zeigt jedoch eine starke Nachfrage nach BEVs und Hybriden aller Art, so dass das Angebot etwas knapp ist. Insgesamt ist allerdings zu beobachten, dass der Verkaufsindex im Jahresvergleich deutlich zurückgegangen ist. Das spricht dafür, dass sich das Gebrauchtwagengeschäft mittlerweile etwas abkühlt, so Robert Madas.

Obwohl die Nachfrage nach Gebrauchtwagen weiterhin das Angebot übersteigt, sind die durchschnittlichen Standtage im Vergleich zum April etwas gestiegen, und zwar auf 56,4 Tage im Schnitt. HEVs werden mit durchschnittlich 48,6 Tagen am schnellsten verkauft, gefolgt von Diesel mit 55,8 Tagen und PHEVs mit 56,4 Tagen. BEVs verkaufen sich mit durchschnittlich 61 Tagen am langsamsten.

Was machen die Restwerte?

Dieses Marktumfeld schlägt sich in stabilen bzw. steigenden durchschnittlichen Restwerten von 36 Monate alten PKW nieder: derzeit liegt der Eintausch-Wert im Schnitt bei 52,0%. Das ist ein Plus von 21,1% gegenüber Mai 2021. Am höchsten notieren bei 3-jährigen PKW derzeit HEVs mit 53,0%, gefolgt von Benzinern mit 52,8% und Diesel mit 52%. 3-jährige Elektro-Fahrzeuge halten mit 45,5% den geringsten Wert.

Für die zukünftige Entwicklung der Restwerte wird das Angebot entscheidend sein. Die Lieferung von Neuwagen ist aufgrund des Krieges in der Ukraine zusätzlich erschwert. Die Lieferketten sind bereits betroffen, und zusammen mit der Halbleiterknappheit führt das zu noch längeren Lieferzeiten für die meisten neuen Fahrzeuge.

Da die kumulierten Neuzulassungen deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegen (im Jahr 2021 minus 27% gegenüber 2019), geht Madas davon aus, dass sich die Marktparameter mittelfristig nicht verändern werden, so dass die Restwerte für 3-jährige PKW in diesem Jahr voraussichtlich weiter steigen werden. Derzeit geht Madas für Ende 2022 von einem Plus von fast 10% gegenüber Dezember 2021 aus. Erst wenn die Neuwagenmärkte deutlich anziehen und damit auch die Volumina auf dem Gebrauchtwagenmarkt steigen, dürften die Restwerte unter Druck geraten. Dies wird wahrscheinlich nicht vor 2023 der Fall sein.

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NoVA auf LCVs

Seit Monaten wird die umstrittene Neuregelung der Normverbrauchsabgabe in der Branche heiß diskutiert. Insbesondere die erstmalige Einführung der Steuer für leichte Nutzfahrzeuge (Klasse N1) erhitzt die Gemüter, da das eine erhebliche zusätzliche Belastung für die meisten Fuhrparks bedeutet. Die NoVA-Novelle soll am 1. Juli 2021 in Kraft treten und wird damit den Kauf von neuen Transportern, Pritschen und anderen leichten Nutzfahrzeugen deutlich verteuern. Welche Trends zeigen sich dadurch bereits auf dem Markt und welche Restwert-Entwicklung ist in weiterer Folge zu erwarten?

Die Nachfrage nach leichten Nutzfahrzeugen (LNF) war auch im krisen-geschüttelten Jahr 2020 den Umständen entsprechend stabil: Während die Neuzulassungen bei PKW im vergangenen Jahr um fast 25% auf 248.740 eingebrochen sind, wurden immerhin rund 36.500 LNF zugelassen, was einem vergleichsweise sanften Minus von 16% entspricht. Im ersten Quartal 2021 waren die Neuzulassungen mit fast 11.800 gar auf einem Rekordhoch, da viele Unternehmen im Vorfeld der NoVA-Einführung noch vorgezogene Käufe abgeschlossen haben.

CO2-arme Fahrzeuge, also zum Beispiel rein elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge, sind zwar von der NoVA ausgenommen, allerdings finden sich im Modellangebot derzeit noch wenige elektrische Alternativen. So wurden 2020 gerade einmal 715 elektrische LNF zugelassen, das entspricht 2% Marktanteil. In nennenswerter Stückzahl haben es bisher erst die Modelle Renault Kangoo Z.E., Nissan e-NV 200 und Mercedes e-Vito auf die Straße geschafft. In den kommenden Monaten und Jahren kommen jedoch immer mehr Elektro-Modelle und Plug-In-Hybride auf den Markt. Wieweit damit die unterschiedlichen Bedürfnisse der Unternehmen dann abgedeckt werden können, wird sich zeigen.

Stark steigende Angebotspreise auf dem Gebrauchtmarkt

Angesichts der bevorstehenden steuerlichen Änderungen beim Neukauf beobachten wir seit Oktober des vergangenen Jahres auch auf dem Gebrauchtmarkt eine besondere Dynamik. Eine steigende Nachfrage trifft auf ein knappes Angebot und lässt die Preise in die Höhe klettern. Die COVID-Pandemie hat dabei als Beschleuniger gewirkt: lange Lieferzeiten bei Neuwagen, fehlende junge Gebrauchte aufgrund weniger Kurzzulassungen, sowie erhöhter Bedarf in der Lieferbranche durch den zunehmenden Online-Handel.

„Wie die aktuelle Marktbeobachtung zeigt, steigen die Angebotspreise für gebrauchte leichte Nutzfahrzeuge besonders stark. Im Schnitt liegen die Preise bereits um rund 9% über dem Niveau vor der Corona-Pandemie“, so Robert Madas, Head of Valuations bei Eurotax Österreich. Im Vergleich dazu haben die Preise für PKW nur um 2,7% zugelegt (siehe auch Abb. 1).

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(Abb. 1: Entwicklung der Angebotspreise von gebrauchten PKW und LNF in Österreich seit Februar 2020)

Der Gebrauchtwagen-Markt für leichte Nutzfahrzeuge ist aber nicht nur teurer geworden, das Angebot wird auch weniger und älter. Ein Vergleich zwischen Februar 2020 und April 2021 zeigt, dass das Angebot der 10 meist-gehandelten Modelle fast ausnahmslos im Schnitt älter, teurer und weniger geworden ist (siehe Abb. 2). „Da das passende Angebot fehlt, ist für viele Unternehmen ein Ausweichen auf den Gebrauchtmarkt kaum möglich“, so Robert Madas.

Veränderung der Angebotspreise, Angebotsvolumen und Durchschnittsalter der Top10 gehandelten gebrauchten LNF von Feb. 2020 zu Apr. 2021
(Abb. 2: Veränderung der Angebotspreise, Angebotsvolumen und Durchschnittsalter der Top10 gehandelten gebrauchten LNF von Feb. 2020 zu Apr. 2021)

Preise und Restwerte werden steigen

Bereits jetzt führen die stabile Nachfrage und das knappe Angebot zu steigenden Restwerten von gebrauchten LNF. Die NoVA wird zudem zu höheren Neuwagen-Preisen führen und wie eine „erzwungene Inflation“ wirken. Das konkrete Ausmaß ist dabei abhängig von der Motorisierung, wird sich für viele gängige Modelle aber zumindest zwischen 10 bis 20% bewegen.

In weiterer Folge sind steigende Restwerte zu erwarten, aber nicht im selben Ausmaß wie die Preis-Erhöhungen. Das zeigen auch Erfahrungswerte u.a. aktuell aus Deutschland (Erhöhung der MwSt. nach der befristeten Senkung) oder Spanien (Erhöhung der CO2-Steuer auf Neuwagen).

Fahrzeugbestand wird älter, CO2-Ausstoß sinkt (noch) nicht

Unterdessen ist das durchschnittliche Alter der gewerblichen Fahrzeuge in Österreich im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegen. Sowohl gewerblich genutzte PKW als auch LNF werden angesichts der Marktsituation länger gefahren. Das Durchschnittsalter ist bei PKW von 3,2 Jahren auf 3,7 Jahre gestiegen, bei LNF von 5,4 Jahren auf 5,7 Jahre (siehe auch Abb. 3).

Durchschnittsalter der gewerblichen Fahrzeuge im Bestand
(Abb. 3: Veränderung des Durchschnittsalters gewerblich genutzter PKW und LNF im Fahrzeugbestand)

„Die Analyse des Fahrzeugbestandes zeigt, dass schon jetzt leichte Nutzfahrzeuge mit einer älteren Abgasnorm länger gefahren werden. Nachdem ein Umstieg auf CO2-arme Hybrid- und Elektromodelle bei leichten Nutzfahrzeugen derzeit nur bedingt möglich ist, erwarten wir kurzfristig keinen positiven Effekt auf den jährlichen CO2-Ausstoß durch die neue NoVA“, so Martin Novak, Geschäftsführer von Eurotax Österreich.

Der Trend zum Automatikgetriebe

Ein Blick auf die Entwicklung der Neuzulassungen seit 2010 zeigt ein klares Bild: PKW mit Automatikgetriebe werden immer beliebter. Im vergangenen Jahr waren bereits 42,3% aller neu zugelassenen PKW mit Automatik ausgestattet, nachdem zehn Jahre zuvor das Schaltgetriebe mit 88,0% Anteil noch unangefochten in der Gunst der Autofahrer war. Doch was steckt dahinter? Werden wir immer fauler und ist die Handschaltung ein Auslaufmodell? Und wie verhält es sich mit der Wertbeständigkeit?

Nicht nur in Österreich, in ganz Europa hatte die Automatik bis weit in die 90er Jahre mit einer Reihe von Vorurteilen zu kämpfen: zu träge, zu teuer, zu hoher Verbrauch, zu unsportlich. Spätestens zur Jahrtausendwende waren diese Ressentiments jedoch dank moderner Technik wie DSG-Schaltung und elektronisch regulierten Gangwechseln widerlegt. Nicht zuletzt Sportwagen haben bewiesen, dass die automatischen Modelle im Vergleich zur Handschaltung nicht nur schneller beschleunigen, sondern auch sparsamer sind. Dennoch hat es in Österreich weitere zehn Jahre gedauert, bis der Trend zur Automatik eingesetzt hat. Bis 2010 waren Schaltgetriebe mit knapp 90% Marktanteil die unangefochtenen Platzhirsche (siehe Abb. 1).

Grafik: Entwicklung der Anteile von Automatik und Schaltgetriebe bei PKW-Neuzulassungen
(Abb. 1: Entwicklung der Anteile von Automatik und Schaltgetriebe bei PKW-Neuzulassungen)

Parallel zu dieser Entwicklung ist freilich auch ein anderer Trend offensichtlich: Der Boom bei SUVs ging vor allem zu Lasten der Segmente C (unteren Mittelklasse), D (Mittelklasse), aber auch B (Stadtwagen). Große SUVs waren – ebenso wie Fahrzeige der Oberklasse – von jeher überwiegend mit Automatikgetriebe ausgestattet, bereits 2010 wurde in diesem Segment nur in rund einem Drittel der Fahrzeuge von Hand geschalten, mittlerweile sind es gerade einmal noch ein Achtel.

Bemerkenswert ist der Trend zur Automatik aber bei kleinen und mittleren SUVs, machen diese doch mittlerweile gut 30% aller Neuzulassungen aus. Ein Automatikgetriebe war in diesem Segment 2010 noch eher exotisch mit knapp 13% Anteil, im vergangenen Jahr wurden bereits 41% aller kleinen und mittleren SUVs mit Automatik ausgeliefert. Noch einen Gang schneller vollzieht sich dieser Trend in der Mittelklasse: Mittlerweile haben nicht einmal mehr ein Drittel der neu zugelassenen Mittelklasse-Modelle wie Octavia, Passat, A4, 3er BMW und Co. die klassische Handschaltung (siehe Abb. 2).

Grafik: Entwicklung der Anteile von Automatik und Schaltgetriebe bei PKW-Neuzulassungen im Segment D
(Abb. 2: Entwicklung der Anteile von Automatik und Schaltgetriebe bei PKW-Neuzulassungen im Segment D)

Und noch eine weitere Entwicklung begünstigt das Ende der Handschaltung: Hybrid- und Elektro-Fahrzeuge schalten ohnehin automatisch bzw. arbeiten mit Direktantrieb. „Mit der wachsenden Beliebtheit (und Förderung) dieser Antriebsart, insbesondere auch in der Kompaktklasse, wird der Trend zur Automatik zusätzlich beschleunigt“, so Robert Madas, Regional Head of Valuations von Eurotax Österreich.

Restwerte im Vergleich

Die manuelle Schaltung verschwindet also sukzessive, doch wie verhält es sich derzeit mit der Wertbeständigkeit dieser beiden Getriebearten im Vergleich?

Junge PKW (12 Monate) mit Automatik erzielen im Schnitt mit 71,7% etwas höhere Restwerte als junge PKW mit Schaltgetriebe (70,2%). Ab 24 Monaten liegen Automatik und Schaltgetriebe im Schnitt fast gleichauf (siehe Abb. 3).

Grafik: Durchschnittliche PKW-Restwerte im Verkauf; Automatik vs. Schaltgetriebe bei 12/24/36/48 Monaten
(Abb. 3: Durchschnittliche PKW-Restwerte im Verkauf; Automatik vs. Schaltgetriebe bei 12/24/36/48 Monaten)

Geht man eine Ebene tiefer und betrachtet die Restwerte nach Segmenten, ist das Bild etwas differenzierter: So sind z.B. in der Volumen-starken Kategorie der kleinen und mittleren SUVs Modelle mit manueller Schaltung ab einem Alter von 24 Monaten knapp im Vorteil mit Restwerten die rund 1%-Punkt höher liegen (siehe Abb. 4). Umgekehrt verhält es sich in der Mittelklasse: In diesem Segment erzielen Automatikgetriebe im Schnitt etwas höhere Restwerte, mit einem Abstand von 2%- bis 4%-Punkten gegenüber dem Schaltgetriebe (siehe Abb. 5). Freilich können sich auf Modell-Ebene oder im Vergleich einzelner Typen unterschiedliche Ergebnisse zeigen. Die Bestimmung des individuellen Restwertes eines Fahrzeuges (ob Automatik oder Schalter) sollte deshalb jedenfalls auf Modellebene bzw. Natcode-Ebene erfolgen.

Grafik: Automatik vs. Schaltgetriebe - kleine und mittlere SUV ((Abb. 4: Durchschnittliche PKW-Restwerte im Verkauf; Automatik vs. Schaltgetriebe – (Segment i)
(Abb. 4: Durchschnittliche PKW-Restwerte im Verkauf; Automatik vs. Schaltgetriebe – Segment i)
Grafik: Automatik vs. Schaltgetriebe - Mittelklasse (Segment D)
(Abb. 5: Durchschnittliche PKW-Restwerte im Verkauf; Automatik vs. Schaltgetriebe – Segment D)

Im Schnitt kosten die Automatik-Varianten beim Neukauf um rund 1.500 bis 2.500 Euro mehr als die entsprechenden mit Schaltgetriebe ausgestatten Modelle. Ob dieser Aufpreis für das Automatikgetriebe lohnt, muss jeder Autokäufer nach eigenen Präferenzen selbst entscheiden – sofern das bevorzugte Modell überhaupt noch in beiden Varianten angeboten wird.

Marktausblick 2021

Das Corona-geprägte Autojahr 2020 ist Geschichte und bringt – wie seit dem ersten Lockdown erwartet – ein sattes Minus: knapp 249.000 PKW-Neuzulassungen bedeuten letztendlich einen Einbruch um fast ein Viertel bzw. 80.547 Stück gegenüber dem Vorjahr (nach vorläufigen Zahlen). Da konnte auch ein vergleichsweise starker Dezember (plus 5,1% gegenüber 2019) nur noch wenig retten. Damit hat die Corona-Pandemie für das schlechteste Ergebnis bei Neuzulassungen seit über 30 Jahren gesorgt.  

2021 rechnen wir mit einer Erholung auf dem Neuwagenmarkt, allerdings wird das Ergebnis aus heutiger Sicht deutlich unter den Jahren vor der Corona-Krise liegen. Realistisch sind 280.000 bis 290.000 PKW-Neuzulassungen“, so Robert Madas, Head of Valuations bei Eurotax Österreich. „Das Ergebnis wird aber stark abhängig vom Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie sowie der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sein.“ Viele negative Auswirkungen der Pandemie werden erst für dieses Jahr erwartet, sobald sich der Effekt der staatlichen Hilfen abschwächt und die Zahl der Insolvenzen sowie die Arbeitslosigkeit steigt.

Freilich war der Automarkt bereits vor der Pandemie im Umbruch: strengere CO2-Vorgaben, neue Vertriebswege, rückläufige Diesel-Neuzulassungen (sowohl in der Flotte als auch bei privaten Zulassungen) und starkes Wachstum bei Hybrid- und Elektro-Fahrzeugen.
Vor allem alternative Antriebe haben im vergangenen Jahr ein Allzeit-Hoch verzeichnet: von Jänner bis November wurden im vergangenen Jahr 40.370 PKW mit elektrifizierten Antrieben (inkl. Mild-Hybrid) zugelassen, nach 23.302 Fahrzeugen im Vorjahreszeitraum. Das größte Wachstum haben Hybrid-Benziner auf 21.351 Stück (inkl. Mild-Hybrid) hingelegt, und zwar auf Kosten der klassischen Benziner deren Marktanteil von knapp 54% auf 44,5% abgestürzt ist (siehe Grafiken).

Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem weiteren Anstieg bei alternativen Antrieben – CO2-Vorgaben, staatliche Prämien sowie neue attraktive Modelle werden dazu beitragen.

Grafik PKW-NZL elektrifizierte Antriebe Jan-Nov 2019 vs. Januar-November 2020

Die Trends im Gebrauchtwagenmarkt

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist nach einem kurzfristigen Einbruch durch den ersten Lockdown seither eine Erholung der Angebotspreise zu beobachten. Im Vergleich zum Preis-Niveau von Anfang Februar liegt der Preisindex Mitte Jänner im Schnitt bereits 2% über dem Niveau vor Beginn der Corona-Krise. „Eine stabile Nachfrage trifft auf ein relativ geringes Angebot: vor allem junge Gebrauchte bis 12 Monate fehlen auf dem Markt – das Angebot ist in dieser Altersgruppe um rund ein Drittel geringer als im letzten März“, so Robert Madas.

Preisindex Österreich

Mit fast 778.000 Gebrauchtzulassungen bis Ende November war das vergangene Jahr trotz Lockdown nur um 4,1% schwächer als der Vergleichszeitraum 2019. Das ist unter Berücksichtigung der Pandemie-Situation ein beachtliches Ergebnis. Für 2021 rechnen wir mit einer weiteren Stabilisierung: 860.000 bis 870.000 PKW Gebrauchtzulassungen sind realistisch – und damit fast ein Niveau wie vor der Corona-Krise “, schätzt Robert Madas.

Aus Restwert-Sicht sind 2021 unterschiedliche Effekte zu erwarten: bei jungen Gebrauchten dürften die Restwerte stabil bleiben, unter anderem aufgrund der geringeren Anzahl an Tageszulassungen aus 2020.
3-bis 4-jährige Fahrzeuge kommen hingegen heuer nach den starken Neuwagen-Jahren 2017 und 2018 in größerer Anzahl auf den Markt, was die Werte unter Druck bringen könnte – vor allem wenn die Nachfrage wirtschafts-bedingt nachlassen sollte.